Samstag, 30. Januar 2010 - Schloss Libermé

Programm

Ludwig van Beethoven
Sonate F-Dur, Op. 10 Nr. 2

Edvard Grieg
Notturno, Op. 54 Nr. 4
Sonate e-Moll, Op. 7

Herbert Nobis
American Rhapsody

Béla Barkók
15 Ungarische Bauernlieder - Alte Tanzweisen

Franz Schubert
Impromptu B-Dur, D.935 Nr. 3

Franz Liszt
Mephisto-Walzer Nr. 1


Kritik

Virtuoses Stück mit leichter Ironie

Uraufführung eines Werks von Herbert Nobis. Glänzend: Pianist Peter Grauer.

KETTENIS. Seinen besonderen Akzent erhielt ein Klavierabend des aus Siebenbürgen stammenden, seit langem in Aachen beheimateten Pianisten Peter Adrian Grauer im Schloss Liebermé in Kettenis durch eine Uraufführung. Bereits 2006 schrieb Herbert Nobis, langjähriger Professor und Dekan an der Musikhochschule in Aachen, seine „American Rhapsody”, die bei einem renommierten internationalen Musikverlag im Druck erschien. Wenn Grauer sie nunmehr einem Aachener Publikum in Anwesenheit des Komponisten vorstellte, so war dies ein längst überfälliges Ereignis.
Nobis schrieb ein gut zugängliches, teilweise hochvirtuoses, rhythmisch pointiertes Stück, das augenzwinkernd Gershwin anklingen lässt, Versatzstücke amerikanischer Musik verfremdet und leicht ironisch robustes amerikanisches Lebensgefühl stilisiert. Ein Werk, das auch beim ersten Hören zu gefallen weiß, wie die Reaktion des Publikums bewies. Einen großen Anteil an der positiven Aufnahme hatte Peter Grauers idiomatische, von tiefem Eintauchen in diese Musik zeugende Wiedergabe.
Ansonsten hatte sich Peter Grauer ein ebenso gehalt- wie anspruchsvolles Programm vorgenommen. Beethovens F-Dur-Sonate op. 10 Nr. 2, Edvard Griegs Notturno op. 54 Nr. 4 und e-Moll-Sonate op. 7 im ersten Teil, neben dem Nobis-Werk Béla Bartóks 15 ungarische Bauernlieder, Franz Schuberts Impromptu B-Dur und Franz Liszts Mephisto-Walzer im zweiten. Sie weisen Grauer als vielseitigen Musiker aus, der, wie seine Interpretationen demonstrierten, diesen verschiedenen Stilen auch gerecht wird, selbst bei der die große Pranke verlangenden Virtuosität eines Franz Liszt: Grauer meistert auch die hohen spieltechnischen Anforderungen mit souveräner Gelassenheit. Dass er danach kräftemäßig noch nicht am Ende war, bewiesen drei großzügig gewählte Zugaben.

Geschrieben von Thomas Beaujean am 1. Februar 2010 (Aachener Nachrichten)


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